La Liga: Barças Neymar gegen Real rotgesperrt

Das lässt sich kein Schiedsrichter der Welt gefallen, sofern er einen Funken Selbstrespekt hat. Brasiliens Nationalstürmer Neymar hatte auf dem Weg zum Kabinengang im Stadion des FC Malaga die Entscheidung von Jesus Gil Manzano noch zynisch beklatscht. Zum Glück für Neymar war er da aber ohnehin schon mit glatt Roter Karte vom Platz geflogen. Denn nach seiner bereits zuvor kassierten Gelben Karte in der 65. Minute der Partie des FC Barcelona beim FC Malaga (0:2-Niederlage für Barça) hätte er spätestens dann mit Platzverweis das Spielfeld verlassen müssen.

 

 

Brasilianer fällt definitiv im Clasico aus

Allerdings wäre das wohl doch die bessere Alternative gewesen, eine Gelb-Rote Karte. Nun wurde er von Spaniens La Liga nämlich für gleich drei Spiele gesperrt. Glatt Rot hatte er gesehen, nachdem er Gegenspieler Diego Llorente übel „über die Klinge hatte springen lassen“, wie man im Fußball so sagt.

Auf die Offensivkraft von Neymar – 9 Tore, 10 Vorlagen – muss der FC Barcelona nun also auch im am Sonntag, den 23.04.2017, zu absolvierenden Clasico gegen Real Madrid verzichten. Dabei stellt dies die wahrscheinlich letzte Chance dar, vielleicht doch noch den Meistertitel in Spanien zu gewinnen. Die Chancen darauf sind mit der 0:2-Niederlage beim FC Malaga aber ohnehin auf ein Minimum gesunken, mit der Sperre von Neymar werden sie zudem nicht größer werden.

Sperre gilt nicht für die Champions League

Einziger kleiner Trost vielleicht für alle Fans des FC Barcelona oder auch von Neymar. Zumindest in den beiden Duellen in der Champions League gegen Juventus aus Turin ist Neymar spielberechtigt und wird sicher auch zum Einsatz kommen.

Remis im Madrider Derby

Real Madrid und Atletico Madrid trennen sich im Spitzenspiel der 31. Runde in Spanien 1:1. Der FC Barcelona liegt damit nur noch drei Punkte hinter Leader Real zurück.

Sergio Ramos (u.) klärt den Ball vor Antoine Griezmann. (Bild: Mariscal / EPA)

(sda) Antoine Griezmann rettete mit seinem Treffer in der 85. Minute Atletico beim Gastspiel im Bernabeu einen Punkt. Der Franzose profitierte von einem genialen Zuspiel des Argentiniers Angel Correa und bezwang Keilor Navas sicher zum 1:1.

Das Heimteam war kurz nach der Pause in Führung gegangen. Der Portugiese Pepe verwertete eine Freistossflanke des Deutschen Toni Kroos mit dem Kopf zum 1:0. Kurz danach bekundete der Torschütze allerdings Pech. Nach einem Zusammenprall mit Kroos verletzte sich der Innenverteidiger an der Rippe und musste ausgewechselt werden.

Am Mittwoch gastiert Real Madrid in der Champions League bei Bayern München, Atletico empfängt in seinem Viertelfinal-Hinspiel den englischen Champion Leicester City.

Dank dem Remis von Atletico schaffte der FC Sevilla in der Tabelle wieder den Anschluss an die auf Platz 3 liegenden Madrilenen. Die Andalusier siegten gegen Deportivo La Coruña 4:2 und beendeten damit die Serie von fünf sieglosen Partien in der Meisterschaft.

Real MadridAtletico Madrid 1:1 (0:0). – 80’000 Zuschauer. – Tore: 52. Pepe 1:0. 85. Griezmann 1:1.

Malaga – Barcelona 2:0 (1:0). – 28’314 Zuschauer. – Tore: 32. Ramirez 1:0. 91. Jony 2:0. – Bemerkungen: 66. Rote Karte gegen Neymar (Barcelona).

31. Runde: FC Sevilla – Deportivo La Coruña 4:2. Espanyol Barcelona – Alaves 1:0. – Rangliste: 1. Real Madrid 30/72 (79:31). 2. FC Barcelona 31/69 (88:28). 3. Atletico Madrid 31/62 (56:24). 4. FC Sevilla 31/61 (56:39). 5. Villarreal 31/54 (45:24). 6. Athletic Bilbao 31/50 (40:36). 7. San Sebastian 30/49 (43:41). 8. Eibar 30/47 (50:42). 9. Espanyol Barcelona 31/46 (43:42). 10. Celta Vigo 29/41 (45:49). 11. Alaves 31/40 (29:38). 12. Valencia 30/36 (44:53). 13. Las Palmas 30/35 (46:51). 14. Malaga 31/33 (36:47). 15. Betis Sevilla 30/31 (32:47). 16. Deportivo La Coruña 31/28 (33:50). 17. Leganes 30/27 (25:46). 18. Sporting Gijon 30/22 (31:58). 19. Granada 30/20 (26:62). 20. Osasuna 30/14 (30:69).

BVB – Marc Batra doch schwerer verletzt

Lange Zeit hieß es, der Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB sei glimpflich ausgegangen. Nur ein Spieler sei verletzt worden. Doch die Verletzungen bei Bartra scheinen schlimmer als angenommen.

Das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem AS Monaco wurde wegen drei Bombenexplosionen am Bus des BVB abgesagt. Am Mittwoch um 18.45 Uhr soll die Partie nachgeholt werden.

Die Detonationen ereigneten sich bei der Anfahrt zum Stadion im Stadtteil Höchsten direkt hinter dem Mannschaftshotel L‘Arrivée. Beim Bus barsten die Scheiben, es kam ein Spieler zu Schaden. Dabei handelt es sich um Verteidiger Marc Bartra.

„Offensichtlich sind am Wegesrand drei Sprengkörper ausgelöst worden“, berichtete Klubchef Hans-Joachim Watzke: „Marc Bartra wurde verletzt, er ist sofort notärztlich versorgt worden und ist jetzt im Krankenhaus. Er ist an der Hand erwischt worden.“ Über die Schwere der Verletzung konnte Watzke vorerst keine Auskunft geben.

In der Pressekonferenz am Abend wurde die Schwere der Verletzung dann im Detail bekanntgegeben: Speichenbruch und Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk. Barta musste noch am Abend operiert werden.

Torwart Roman Bürki sagte dem „Blick“: „Ich saß in der hintersten Reihe neben Marc Bartra, der von Splittern der zerborstenen Rückscheibe getroffen wurde.“

FC Barcelona schreibt auf Deutsch

Laut spanischer Medienberichte soll sich Bartra unter anderem Schnittwunden zugezogen und schwer unter Schock gestanden haben. Der Spanier war im Sommer für acht Millionen Euro Ablöse vom FC Barcelona als Ersatz für Mats Hummels zum BVB gewechselt. Sein Ex-Klub äußerte sich noch am Abend via Twitter. In deutscher Sprache schrieb der FC Barcelona.

Bartra wurde in Dortmund schnell Stammspieler, in der Bundesliga absolvierte er für seinen neuen Klub bislang 18 Spiele. In der Champions League kam er siebenmal zum Einsatz und erzielte dort sein bislang sein einziges Tor für den BVB.

Dortmunds Marc Bartra Quelle: dpa

Nach Anschlag auf BVB: Ohnehin hohe Sicherheitsstandards bei RB Leipzig

Nach dem Attentat auf den Bus von Borussia Dortmund am Dienstagabend werden auch in Leipzig noch einmal die Sicherheitsvorkehrungen für das anstehende Spiel von RB Leipzig gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag überprüft. Grundsätzlich sehen sich die zuständigen Sicherheitsinstitutionen aber gut aufgestellt. „Wir haben ja bereits seit dem vergangenen Jahr auch in Leipzig eine latente Terrorgefahr, seit der Innenminister das für alle Städte ausgerufen hat. Insofern sind hier alle sensibilisiert. Unser Einsatz wird deshalb auch am Samstag wieder sehr hoch sein“, erklärte Polizeisprecher Alexander Bertram am Mittwoch gegenüber LVZ.de.

Szenarien, wie jenes am Dienstag in Dortmund, seien auch immer ein Thema bei den Sicherheitsberatungen vor jedem Spiel in Leipzig. „Wir haben das auf dem Schirm. Allerdings muss man auch sagen: 100 Prozent Sicherheit kann es nicht geben“, so Bertram weiter.

Auch beim Bundesligisten sieht man aktuell keinen Grund, alles bisherige über den Haufen zu werfen: „Wir haben hier schon immer sehr hohe Sicherheitsstandards – sowohl im Stadion als auch rings herum. Natürlich werden wir uns nun mit der nötigen Ruhe auch noch einmal alles genau anschauen“, erklärte RB-Sprecher Benjamin Ippoliti. Unter anderem sind auch bei der anstehenden Partie gegen Freiburg keine Taschen im Stadion erlaubt, deren Kantenlängen 25 Zentimeter überschreiten. Es gibt auch keine Möglichkeiten, die Behälter zwischenzulagern. Zudem wird rings um die Red Bull Arena jeweils ein Polizeisperrkreis errichtet, der eine Einfahrt von Fahrzeugen verhindern soll. „Der Vorfall beim BVB sensibilisiert uns aber noch einmal verstärkt. Wir werden in unserem Bestreben nach kontinuierlicher Optimierung unserer Sicherheitsprozesse im Bedarfsfall zusätzliche Maßnahmen ergreifen“, hieß es von RB-Seite.

RB Leipzig hat nach dem Anschlag vom Dienstagabend seine Solidarität mit Borussia Dortmund bekundet. „Wir fühlen in diesem schwierigen Moment mit dem BVB und allen Betroffenen. Trotz der schwierigen Situation wünschen wir der Mannschaft für das heutige Champions-League-Spiel viel Kraft und Erfolg“, sagte Vereinschef Oliver Mintzlaff am Mittwoch. Er betonte, dass man in diesen schweren Zeiten zusammenstehe und der Fußball sich nicht unterkriegen lasse.

DFB: Konsequenzen erst nach Einschätzung der Behörden

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will nach dem Attentat in Dortmund erst die Einschätzungen der Ermittler zur Situation abwarten, verweist aber auch auf ohnehin hohen Standards: „Der DFB, die Liga und die Vereine tun sehr viel für die Sicherheit der Spieler und Fans. Vor allem außerhalb der Stadien sind die Einschätzungen und Hinweise der verantwortlichen Sicherheitsbehörden maßgeblich“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel in einer Mitteilung des Verbandes am Mittwoch. „Das gilt auch für die Frage, welche Konsequenzen aus dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB abzuleiten sind.“

Grindel sprach Borussia Dortmund auch die Solidarität des gesamten deutschen Fußballs aus. Der Spitzenfunktionär war am Dienstagabend selbst im Stadion und hat seine Reise nach München zum Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Real Madrid an diesem Mittwoch abgesagt, um beim Wiederholungsspiel des BVB gegen Monaco zu sein. „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen für diesen hinterhältigen Anschlag schnell gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden können.“, sagte Grindel weiter.

Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr waren bei der Abfahrt vom Mannschaftshotel drei Sprengsätze nahe dem Bus explodiert. Die Ermittler sprechen von einem gezielten Anschlag auf die Mannschaft und prüfen unter anderem einen islamistischen Hintergrund.

So besiegten die Bayern sich selbst

 

Geschlagen: Arjen Robben (l.) und Thomas Müller aus München bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans Quelle: dpa

 

Es ist ein bittere Niederlage für den FC Bayern gegen Real Madrid. Denn die erfolgsverwöhnte Mannschaft hat sieben schwere Fehler begangen. Wenn sie das nicht abstellt, wird sie auch das Rückspiel verlieren.

Kurz vor Mitternacht kam Arturo Vidal aus der Kabine des Münchner Stadions, und direkt neben ihm lief sein Sohn. Der Kleine tröstete seinen Papa mit seinem Lächeln ein wenig, Vidal war beim 1:2 (1:0) im Hinspiel des Viertelfinales der Champions League gegen Real Madrid für einen Fehlschuss mit weitreichenden Folgen verantwortlich.

Der Mittelfeldprofi des FC Bayern hatte seine Mannschaft zunächst in Führung gebracht, vergab dann aber den Elfmeter und damit die Chance zum 2:0. „Kein Vorwurf an Arturo. Aber das war natürlich sehr schade“, sagte Offensivstar Arjen Robben.

Die Bayern schlugen sich selbst. Und stehen vor dem Ausscheiden. Ausgerechnet an diesem großen Fußball-Abend waren sie nicht in Topform, schwächer als in vielen Spielen der Vorwochen. Sofort kamen die Erinnerungen an das Halbfinale aus der Vorsaison hoch, dort lief es ähnlich: Thomas Müller vergab gegen Atletico Madrideinen Elfmeter, die Bayern schieden aus. In gewisser Hinsicht beging der deutsche Fußball-Rekordmeister gegen Real Fehler der Vergangenheit.

Und der Elfmeter war nur einer der Gründe für die am Ende verdiente Niederlage. Zudem waren entscheidend:

Das Doppel-Foul von Javi Martinez

Der spanische Innenverteidiger gehörte in der ersten Halbzeit zu den besten Bayern. Doch nach der Pause beging er innerhalb von drei Minuten zwei Fouls und erhielt zu Recht die Gelb-Rote Karte. Zu zehnt konnten die Bayern kaum mehr Druck nach vorn aufbauen. Und für das Rückspiel am Dienstag ist Martinez gesperrt.

Für die Münchner ist das besonders bitter, weil weiterhin unklar ist, ob Abwehrchef Mats Hummels in Madrid spielen kann. Er fehlt derzeit mit einer Sprunggelenksverletzung. Möglicherweise muss im Rückspiel David Alaba oder Joshua Kimmich in der zentralen Defensive spielen.

Die fehlende Konzentration vor dem 1:1

In der ersten Halbzeit verteidigten die Bayern weitestgehend gut, kurz nach dem Seitenwechsel waren sie defensiv nicht konzentriert genug und ließen dem Torschützen Cristiano Ronaldo und Vorbereiter Dani Carvajal vor dem 1:1 zu viel Platz.

„Da waren wir einmal unachtsam. Das hat uns schon ein bisschen aus dem Tritt gebracht. Dann kam die Gelb-Rote Karte und das Spiel ist komplett in die andere Richtung gekippt“, sagte Thomas Müller.

Die fehlenden Geniestreiche von „Robbery“

Franck Ribery und Arjen Robben – von den Fans „Robbery“ genannt – waren in dieser Saison oft die entscheidenden Spieler, zuletzt glänzten sie beim 4:1 gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga. Doch gegen Real machten sie nicht den Unterschied zu Gunsten der Bayern.

 

Franck Ribery (r.) kämpft mit Dani Carvajal um den Ball Quelle: AP

 

Robben schaffte es kaum, sein gefürchtetes Nach-Innen-Ziehen-Und-In-Die-Lange-Ecke-Schießen einzusetzen. Und auch Ribery kann es viel besser, Trainer Carlo Ancelotti wechselte ihn in der 66. Minute aus.

Der Ausfall Robert Lewandowskis

Bayern verfügt über einen Luxuskader, in dem nahezu jede Position doppelt besetzt ist. Doch fällt Robert Lewandowski aus, gibt es keinen, der ihn ersetzen kann. Weltmeister Thomas Müller versuchte im Sturm alles, doch das Bayern-Spiel mit ihm in der Spitze ist ganz anders als das mit Lewandowski.

Der Pole kann mehr Bälle halten und strahlt in dieser Saison viel mehr Gefahr als Müller aus. Im Klub gehen sie davon aus, dass Lewandowski im Rückspiel einsatzbereit sein wird.

Die Schwächen Costas und Comans

Ancelotti wechselte in der Endphase der Partie Douglas Costa und Kingsley Coman ein. Beide haben den Anspruch, mittelfristig Robben und Ribery zu ersetzen. Doch obwohl sie „frisch“ waren konnten sie nach ihren Einwechslungen ihre Stärken Schnelligkeit und Dribblings nicht ausspielen. Auch wenn ihnen nicht viel Zeit blieb, Real mit der schwierigste Gegner ist und Coman zuletzt verletzt war: Von jungen Außenstürmern erwartet Ancelotti mehr.

Die fehlende Überzeugung

Die Bayern strahlten nicht die gewohnte Kaltschnäuzigkeit und Entschlossenheit aus. Müller brachte es auf den Punkt: „Meiner Meinung nach lag es daran, dass wir nicht die einhundertprozentige Überzeugung hatten, dass wir die bessere Mannschaft sind.“ Die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale sind für die Münchner nun gering.

Müller will den Glauben nicht verlieren: „Am Dienstag gilt volle Kraft voraus, es ist noch alles möglich. Wir haben die Qualität, die Leidenschaft und das Rüstzeug, um auch in Madrid zu gewinnen. Im Fußball gab es schon größere Geschichten. Wir tun alles dafür, dass wir das Ding noch umbiegen.“

Dafür müssen die Bayern deutlich weniger Fehler begehen als im Hinspiel.