Nach Anschlag auf BVB: Ohnehin hohe Sicherheitsstandards bei RB Leipzig

Nach dem Attentat auf den Bus von Borussia Dortmund am Dienstagabend werden auch in Leipzig noch einmal die Sicherheitsvorkehrungen für das anstehende Spiel von RB Leipzig gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag überprüft. Grundsätzlich sehen sich die zuständigen Sicherheitsinstitutionen aber gut aufgestellt. „Wir haben ja bereits seit dem vergangenen Jahr auch in Leipzig eine latente Terrorgefahr, seit der Innenminister das für alle Städte ausgerufen hat. Insofern sind hier alle sensibilisiert. Unser Einsatz wird deshalb auch am Samstag wieder sehr hoch sein“, erklärte Polizeisprecher Alexander Bertram am Mittwoch gegenüber LVZ.de.

Szenarien, wie jenes am Dienstag in Dortmund, seien auch immer ein Thema bei den Sicherheitsberatungen vor jedem Spiel in Leipzig. „Wir haben das auf dem Schirm. Allerdings muss man auch sagen: 100 Prozent Sicherheit kann es nicht geben“, so Bertram weiter.

Auch beim Bundesligisten sieht man aktuell keinen Grund, alles bisherige über den Haufen zu werfen: „Wir haben hier schon immer sehr hohe Sicherheitsstandards – sowohl im Stadion als auch rings herum. Natürlich werden wir uns nun mit der nötigen Ruhe auch noch einmal alles genau anschauen“, erklärte RB-Sprecher Benjamin Ippoliti. Unter anderem sind auch bei der anstehenden Partie gegen Freiburg keine Taschen im Stadion erlaubt, deren Kantenlängen 25 Zentimeter überschreiten. Es gibt auch keine Möglichkeiten, die Behälter zwischenzulagern. Zudem wird rings um die Red Bull Arena jeweils ein Polizeisperrkreis errichtet, der eine Einfahrt von Fahrzeugen verhindern soll. „Der Vorfall beim BVB sensibilisiert uns aber noch einmal verstärkt. Wir werden in unserem Bestreben nach kontinuierlicher Optimierung unserer Sicherheitsprozesse im Bedarfsfall zusätzliche Maßnahmen ergreifen“, hieß es von RB-Seite.

RB Leipzig hat nach dem Anschlag vom Dienstagabend seine Solidarität mit Borussia Dortmund bekundet. „Wir fühlen in diesem schwierigen Moment mit dem BVB und allen Betroffenen. Trotz der schwierigen Situation wünschen wir der Mannschaft für das heutige Champions-League-Spiel viel Kraft und Erfolg“, sagte Vereinschef Oliver Mintzlaff am Mittwoch. Er betonte, dass man in diesen schweren Zeiten zusammenstehe und der Fußball sich nicht unterkriegen lasse.

DFB: Konsequenzen erst nach Einschätzung der Behörden

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will nach dem Attentat in Dortmund erst die Einschätzungen der Ermittler zur Situation abwarten, verweist aber auch auf ohnehin hohen Standards: „Der DFB, die Liga und die Vereine tun sehr viel für die Sicherheit der Spieler und Fans. Vor allem außerhalb der Stadien sind die Einschätzungen und Hinweise der verantwortlichen Sicherheitsbehörden maßgeblich“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel in einer Mitteilung des Verbandes am Mittwoch. „Das gilt auch für die Frage, welche Konsequenzen aus dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB abzuleiten sind.“

Grindel sprach Borussia Dortmund auch die Solidarität des gesamten deutschen Fußballs aus. Der Spitzenfunktionär war am Dienstagabend selbst im Stadion und hat seine Reise nach München zum Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Real Madrid an diesem Mittwoch abgesagt, um beim Wiederholungsspiel des BVB gegen Monaco zu sein. „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen für diesen hinterhältigen Anschlag schnell gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden können.“, sagte Grindel weiter.

Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr waren bei der Abfahrt vom Mannschaftshotel drei Sprengsätze nahe dem Bus explodiert. Die Ermittler sprechen von einem gezielten Anschlag auf die Mannschaft und prüfen unter anderem einen islamistischen Hintergrund.